So, wenn wir schon unseren ersten Bürgerkrieg haben, will ich auch nicht an der Seite stehen. Gestatten, Philipp, Raucher seit über 15 Jahren. Erst mal die Zugeständnisse: Rauchen stinkt, wenn man nicht raucht. Das wissen wir. Wenn ich mal eine Grippe hab und für eine Woche die Kippen sein lass, find ich den Geruch auch unangenehm. Frischer Rauch, feine Sache, aber abgestandener Rauch riecht einfach nicht gut. Die derzeitige "Wo ein Aschenbecher steht, da wird geraucht"- Policy halte ich für falsch, denn das Metalab besteht nun mal aus Rauchern und Nichtrauchern, und es muss beiden angenehm möglich sein, das Metalab zu nützen. Da ist aber auch mein Kritikpunkt drin: Bei allem Verständnis für Geruchssinn, Asthma, Angst vor Passivrauch und allen anderen Problemen: Wie kommen die Raucher dazu, alle paar Minuten das Metalab zu verlassen und in der Gegend rumzustehen? Was für ein Bild macht das vom Lab? "Schaut, wir haben unsere eigene mit weniger Rechten ausgestattete Gruppe, wir sind schon fast Südafrika!" Das war absichtlich überspitzt formuliert, aber ich glaube ihr wisst, was ich meine. Ja, Nichtraucher haben ein absolutes Recht auf ihren Seelenfrieden, aber Raucher sind auch Menschen, man mags kaum glauben. Mein Vorschlag: Im Moment haben wir keinerlei Einrichtungen, um Rauchern und Nichtrauchern ein adäquates Zusammenleben zu ermöglichen. Ich werde daher, bis eine fixe Policy eingerichtet wird und weil gerade Frühling ist, ab sofort nicht mehr im Metalab rauchen. Das kann aber meiner Meinung nach keine Dauerlösung sein - Raucher zahlen genau so ihre Mitgliedsbeiträge wie Nichtraucher, und daher denke ich, dass uns auch Raum im Lab zusteht. Das kann ruhig ein Zimmer sein - ein paar Sessel, ein Tisch, ein paar Steckdosen und fertig. Und natürlich braucht so ein Raum auch verbesserte Entlüftung - aber das sind Maßnamen, die machbar und nicht unbedingt teuer sind. Aber dieser Raum sollte eben nicht nur für "Regen, Schnee und Wirbelsturm" da sein - und wenn man das gescheit anlegt, geht das auch ohne Belästigung der Nichtraucher. Ich kenne genug Locations, in denen durch intelligente Entlüftung selbst bei einer Rauchermehrheit kein Rauchgeruch aufkommt - das wurde mir auch von befreundeten Nichtrauchern bestätigt (Ja, ich habe solche), und zwar auch von denen, die ansonsten sehr negativ auf Rauch reagieren (Asthmatiker). Zu den 137 pseudopsychologischen Versuchen bisher: Es geht exakt niemanden, und ich betone, niemanden außer mir etwas an, warum ich rauche. Gerade in einer Community, in der die so genannte "Privacy" so hoch gehalten und für wichtig befunden wird, sollte das doch wirklich kein Thema sein. All die lustigen Ansätze von "Eklatanter Egoismus" bis hin zu "Selbstbestrafung" kann jeder Erstsemester mit einem Handstreich außer Kraft setzen. Es ist doch viel einfacher: Wir mögen rauchen, ihr mögt keinen Rauch. A geh. Da jetzt irgendeiner Gruppe psychologische oder sonstige Defizite zuordnen zu wollen, ist einfach nur kindisch und in keiner Weise produktiv. Solche Argumente werde ich ab sofort nur noch von Menschen akzeptieren, die keinen Alkohol trinken, einen BMI unter 25 haben, mindestens 2 mal die Woche Sport betreiben, sich ausgewogen und gesund ernähren, einmal die Woche ein Buch lesen, keinerlei Paranoia haben und regelmäßig an wohltätige Institutionen spenden. Sollte sich so eine Person im Metalab befinden, wäre ich ihr für ein kurzes Mail dankbar, ich würde sie gerne dem Nobelpreiskomitee als vollkommen neue Spezies vorstellen. Zu Leuten wie Clemens, der diesen Thread gleich mit einem Ultimatum begonnen hat, kann ich nur (ohne dass ich so was entscheiden kann, oder will) sagen: Tschüss, Baba, und fall ned. Wer absolute Regeln für alle um sich herum aufstellen will, ohne dabei auch nur die geringste Menge an Dialog- oder Kompromissbereitschaft zu zeigen, der hat wohl was nicht verstanden. Und um das auch gleich noch von mir zu nehmen: Ich bin einer von den wahnsinnigen, die außerhalb einer offenen S-Bahn-Station stehen und rauchen, weil das Rauchen dort verboten ist. Ich bin mir sowohl meiner Sucht wie auch dem potentiell negativen Effekt auch Nichtsüchtige mehr als bewußt, und werde mich deswegen, und aus dem Respekt, dem ich jedem Menschen von vorne hinein entgegen bringe, an jede durch das Metalab beschlossene Raucherpolicy halten. Ich wollte nur das Feld nicht ganz den Nichtrauchern überlassen. Philipp