Soldaten sind Mörder http://de.wikipedia.org/wiki/Soldaten_sind_M%C3%B6rder (aus: H.C. Artmann: Ein lilienweisser Brief aus Lincolnshire. Frankfurt/ M. 1969. s 13 f, gegeben am 17. Mai 1955 in Wien http://de.wikipedia.org/wiki/H._C._Artmann) MANIFEST Wir protestieren mit allem nachdruck gegen das makabre kasperltheater welches bei wiedereinführung einer wie auch immer gearteten wehrmacht auf österreichischem boden zur aufführung gelangen würde… Wir alle haben noch genug vom letzten mal − diesmal sei es ohne uns!! Es ist eine bodenlose frechheit eine unverschämtheit sondergleichen zehn jahre hindurch antimilitärische propaganda zu betreiben scheinheilig schmutz und schund zu jaulen zinnsoldaten und indianerfilme (noch kleben die plakate…) als unmoralisch zu deklarieren um dann im ersten luftzug einer sogenannt endgültigen freiheit die kaum schulentwachsene jugend an die dreckflinten zu pressen!! Das ist atavismus!!! Das ist Neanderthal!!! Das ist vorbereitung zum legalisierten menschenfressertum!!! Wir rufen euch alle auf: wehrt euch gegen diese barbarei! laßt euch nicht durch radetzky- deutschmeister und kaiserjägermarsch aug und ohr auswischen… pfeift auf den lorbeer und laßt ihn den linsen!!! denkt daran welche ehre es für Österreich bedeuten würde bliebe es wie bisher der einzige staat der welt der diese unsägliche trottelei den anderen dümmeren überläßt!! genau so wie sich der kannibalismus der urmenschen und höhlenbewohner überlebt hat muß nun endlich auch die soldatenspielerei der vergangenheit überantwortet werden!! Laßt uns die drei milliarden − oder weiß gott noch mehr − die ein neues bundesheer verschlänge für kultur und zivilisation verwenden!! wozu diese schildbürgerintentionen senilgewordener bürokratengehirne…?? Ein Österreich das nach wiederbewaffnung schreit ist mit dem quakfrosch zu vergleichen der mit bruchband und dextropur versehen einen antiken dragonersäbel erheben wollte… Wolfgang Borchert (http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Borchert) "Dann gibt es nur eins" Du. Mann an der Maschine und Mann in der Werkstatt. Wenn sie dir mor- gen befehlen, du sollst keine Wasserrohre und keine Kochtöpfe mehr machen - sondern Stahlhelme und Maschinengewehre, dann gibt es nur eins : Sag NEIN! Du. Mädchen hinterm Ladentisch und Mädchen im Büro. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Granaten füllen und Zielfernrohre für Scharfschützengewehre montieren, dann gibt es nur eins : Sag NEIN ! Du. Besitzer der Fabrik. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst statt Puder und Kakao Schießpulver verkaufen, dann gibt es nur eins : Sag NEIN! Du. Forscher im Laboratorium. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst einen neuen Tod erfinden gegen das alte Leben, dann gibt es nur eins: Sag NEIN ! Du. Dichter in deiner Stube. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Liebeslieder, du sollst Haßlieder singen, dann gibt es nur eins : Sag NEIN! Du. Arzt am Krankenbett. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst die Männer kriegstauglich schreiben, dann gibt es nur eins : Sag NEIN! Du. Pfarrer auf der Kanzel. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst den Mord segnen und den Krieg heilig sprechen, dann gibt es nur eins : Sag NEIN ! Du. Kapitän auf dem Dampfer. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keinen Weizen mehr fahren - sondern Kanonen und Panzer, dann gibt es nur eins: Sag NEIN! Du. Pilot auf dem Flugfeld. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Bomben und Phosphor über die Städte tragen, dann gibt es nur eins : Sag NEIN ! Du. Schneider auf deinem Brett. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Uniformen zuschneiden, dann gibt es nur eins : Sag NEIN ! Du. Richter im Talar. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst zum Kriegsgericht gehen, dann gibt es nur eins : Sag NEIN ! Du. Mann auf dem Bahnhof. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst das Signal zur Abfahrt geben für den Munitionszug und für den Trup- pentransporter, dann gibt es nur eins: Sag NEIN! Du. Mann auf dem Dorf und Mann in der Stadt. Wenn sie morgen kommen und dir den Gestellungsbefehl bringen, dann gibt es nur eins: Sag NEIN! Du. Mutter in der Normandie und Mutter in der Ukraine, du, Mutter in Frisko und London, du, am Hoangho und am Mississippi, du, Mutter in Neapel und Hamburg und Kairo und Oslo - Mütter in allen Erdtei- len, Mütter in der Welt, wenn sie morgen befehlen, ihr sollt Kinder ge- bären, Krankenschwestern für Kriegslazarette und neue Soldaten für neue Schlachten, Mütter in der Welt, dann gibt es nur eins: Sagt NEIN! Mütter, sagt NEIN! Denn wenn ihr nicht NEIN sagt, wenn IHR nicht nein sagt, Mütter, dann: dann: In den lärmenden dampfdunstigen Hafenstädten werden die großen Schiffe stöhnend verstummen und wie titanische Mammutkadaver was- serleichig träge gegen die toten vereinsamten Kaimauern schwanken, al- gen-, tang- und muschelüberwest, den früher so schimmernden dröh- nenden Leib, friedhöflich fischfaulig duftend, mürbe, siech, gestorben - die Straßenbahnen werden wie sinnlose glanzlose glasäugige Käfige blöde verbeult und abgeblättert neben den verwirrten Stahlskeletten der Drähte und Gleise liegen, hinter morschen dachdurchlöcherten Schuppen, in verlorenen kraterzerrissenen Straßen- eine schlammgraue dickbreiige bleierne Stille wird sich heranwälzen, gefräßig, wachsend, wird anwachsen in den Schulen und Universitäten und Schauspielhäusern, auf Sport- und Kinderspielplätzen, grausig und gierig, unaufhaltsam - der sonnige saftige Wein wird an den verfallenen Hängen verfaulen, der Reis wird in der verdorrten Erde vertrocknen, die Kartoffel wird auf den brachliegenden Äckern erfrieren und die Kühe werden ihre totsteifen Beine wie umgekippte Melkschemel in den Himmel strecken - in den Instituten werden die genialen Erfindungen der großen Ärzte sauer werden, verrotten, pilzig verschimmeln - in den Küchen, Kammern und Kellern, in den Kühlhäusern und Spei- chern werden die letzten Säcke Mehl, die letzten Gläser Erdbeeren, Kür- bis und Kirschsaft verkommen - das Brot unter den umgestürzten Ti- schen und auf zersplitterten Tellern wird grün werden und die ausgelau- fene Butter wird stinken wie Schmierseife, das Korn auf den Feldern wird neben verrosteten Pflügen hingesunken sein wie ein erschlagenes Heer und die qualmenden Ziegelschornsteine, die Essen und die Schlote der stampfenden Fabriken werden, vom ewigen Gras zugedeckt, zerbröckeln -zerbröckeln -zerbröckeln - dann wird der letzte Mensch, mit zerfetzten Gedärmen und verpeste- ter Lunge, antwortlos und einsam unter der giftig glühenden Sonne und unter wankenden Gestirnen umherirren, einsam zwischen den un- übersehbaren Massengräbern und den kalten Götzen der gigantischen betonklotzigen verödeten Städte, der letzte Mensch, dürr, wahnsinnig, lästernd, klagend -und seine furchtbare Klage: WARUM? wird ungehört in der Steppe verrinnen, durch die geborstenen Ruinen wehen, versickern im Schutt der Kirchen, gegen Hochbunker klatschen, in Blutlachen fallen, ungehört, antwortlos, letzter Tierschrei des letzten Tieres Mensch - all dieses wird eintreffen, morgen, morgen vielleicht, vielleicht heute nacht schon, vielleicht heute nacht, wenn -- wenn -- wenn ihr nicht NEIN sagt. „Es gab noch nie einen guten Krieg oder einen schlechten Frieden.“ (Benjamin Franklin (1706-90), amerik. Politiker, Schriftsteller u. Naturwissenschaftler, 1776 Mitunterzeichner d. amerik. Unabhängigkeitserklärung) ... In diesem Sinne vG, nickless "Soll ich, nur weil es Sitte ist, einschlagen in den Leib meines Nächsten?" ;) Am 15.01.2013 um 05:07 schrieb "Thomas Steinbrenner" <thomas@thomas-steinbrenner.net>:
-----Original Message----- From: metalab-bounces@lists.metalab.at [mailto:metalab- bounces@lists.metalab.at] On Behalf Of Michael Hauser Sent: Montag, 14. Jänner 2013 23:45 To: Metalab General Discussion List Subject: Re: [Metalab] darüber sollte man nachdenken wenn man wählen geht
Daß die heutigen Berufssoldaten eher in der Gruppe der Sozialversager zu finden sind ist nichts Neues, und wenn ich noch polarisierenderweise das katastrophale Bildungsni^H^Hlevel ansprechen darf…
Das stimmt so nicht. An der MilAk gibt es sehr viele Offiziere, alles Akademiker, nette Menschen, liebevolle Familienväter mit Fotos und Malereien der Kinder an der Wand, im Zivilschutz engagiert, usw.
Klingt für mich nicht nach Versagern.
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