On 2/10/07, Ingo Lütkebohle <ingo@fargonauten.de> wrote:
Es ist wirklich eine sehr ähnliche Idee wie die UNIX-Shell: Viele Datenumformatierungssachen, die bisher jeder immer wieder selbst entwickelt hat, in praktischen kleinen Blöcken zum ad-hoc zusammensetzen.
Das ist ja auch der Clou warum das jetzt so populär ist - Marketingtechnisch ist Pipes ein voller Erfolg weil Lead User und Web-Bekannte Visionäre etwas wiedererkennen was sie lieben, und alle Weblogs erklären ihren Lesern wie die Unix Pipes funktioniert haben, und wie unglaublich mächtig das ist.
Das es als grafische Anwendung daher kommt kann vielleicht, wie es das Web schon mal geschafft hat, diese Mächtigkeit einer größeren Menge (wenn auch sicherlich nicht jedem) zugänglich machen.
Die Vision ist fantastisch. Die Idee inspiriert!
Das das Datenformat endlich nicht mehr Whitespace als einziges Organisationsmittel kennt und die Verknüpfungsmöglichkeiten nicht auf Pipelines beschränkt ist, wie in der klassischen Shell-Programmierung, das beides sind Dinge die ich auch auf der Kommandozeile schon lange gerne gehabt hätte. Wie man an gstreamer-Pipelines sieht, ist das aber rein textuell nicht so einfach zu handhaben wie grafisch.
Bis jetzt tut es allerdings nichts, was Special Purpose Feedmerger (z.B. Feedshake) nicht besser könnten. Mit ein paar special-purpose Apps, mit speziell zugeschneiderten Interfaces (die daher auch benutzerfreundlicher sind), erschöpft man jedenfalls recht schnell das derzeitige Potential von Pipes. Wenn das DIng nicht zumindest Third-Party Erweiterungen (dh. Prozessoren/Fetcher/Conduits) unterstützt, wird entweder die Mächtigkeit extrem beschränkt, oder die Komplexität auf den visuellen Programmteil verlagert (wo sie vmtl noch schwerer handhabbar ist). Selbst wenn eine gute Möglichkeit gefunden wird Third-Party-Komponenten zu integrieren, ist unklar ob sich diese wirklich generisch formulieren lassen, oder ob dann nicht die gesamte interessante (dh. auch applikations-spezifische) Logik wieder auf die textuell geschriebenen Komponenten fällt. Pipes klärt diese offenen Punkte nicht. Die Idee von Pipes ist immens verlockend, es ist aber nicht klar ob Pipes/Dapper/... für Anwendungen interessanter Komplexität funktioneren können bis jemand ein funktionierendes Konzept vorstellt (allerdings natürlich auch nicht widerlegt). Von realistischen Anwendungen die über bisschen Feedmergng hinausgehen ist das jedenfalls noch weit entfernt. Auf die Frage was denn konkrete damit umsetzbare Anwendungen sind findet man jedenfalls kaum mehr als drei Antworten... eher ein gestammeltes "you can do cool things like....... .... ... .. ... basically anything! - anything you want!" Ich glaub ja das sich die Mächtigkeit von solchen Tools am ehesten in Kooperation mit textueller Programmierung (z.B. zum besseren sichtbar machen/trennen der Processing Chain vom textuellen Code) zeigen wird. Vielleicht wird das Ganze aber auch einfach eine Nische als Feedmerger mit bisschen mehr Logik finden - dann hält sich allerdings der Revolutionäre Aspekt in Grenzen. Gruss paul