hallo, ich klink mich hier jetzt mal ein, hab bisher nur mitgelesen... ich kann zu dem thema nur sagen, dass ich persoenlich bisher schlechte erfahrungen mit dem annehmen von foerderungen gemacht habe - der kreislauf der begehrlichkeiten, in dem man da sehr schnell hineinkommt, ist von seiner sogkraft nicht zu unterschaetzen. interessant war bei meinen erfahrungen, dass, sobald man einmal in dem foerderungswerkel drinnen ist, man einem druck ausgesetzt ist, immer mehr zu nehmen und sich vor allem immer mehr zu institutionalisieren - sich ein ding zahlen zu lassen, und sich dann wieder zu vertschuessen, spielts in den seltensten faellen. abrechnungen und aktivitaetsberichte wollen praesentiert werden, verantwortung uebernommen, versicherungen abgeschlossen etc. etc. ich sage jetzt nicht, dass das zwangslaeufig der fall ist, aber es ist nicht zu unterschaetzen und man ist umso anfaelliger dafuer, je "offener" und "undefinierter" man ist (siehe auch netznetz). wenn, dann sollte man diesen moeglichkeiten als gefestigte, selbstbewusste struktur gegenuebertreten, die genau weiss, was sie will und was nicht, und auch schon eine geschichte und dokumentation vorweisen kann, die diese ansprueche entsprechend untermauert. in der anfangsphase eines projekts ist das sicher nie der fall, egal wie kompetent und selbstbewusst die einzelnen mitspielerinnen sind. was den drucker betrifft: ja, ist sicher ein traum von vielen, ueber so eine ressource verfuegen zu koennen. aber ueberlegt euch einmal, was der besitz eines solchen dings fuer das aufkeimende projekt bedeutet. auch an den raum werden ploetzlich ganz andere anforderungen gestellt: sauberkeit (ich nehm mal an dass so ein teil tendenziell staubanfaellig ist; ich betreibe selber ein atelier in einem souterrain-lager und weiss, was da an dreck von den waenden faellt, und was das fuer technische gereaete bedeutet), diebstahlsicherheit, versicherung? etc. etc. waere es nicht klueger, diesen "traum" erstmal traum sein zu lassen, und sich nach moeglichkeiten umzusehen, sich diesem traum schrittweise anzunaehern? ich weiss z.b., dass auf der tu zumindest zwei aehnliche gereaete rumstehen, die stundenweise von studenten benutzt werden koennen ( http://www.gbl.tuwien.ac.at/_docs/institut/3dplotter/ , http://info.wkmp.tuwien.ac.at/wkmp/index.php?id=29&equip_id=6 ). ausserdem gibt es hier die (vielleicht gar nicht so unkonkrete) vision, einen pool aus solchen geraeten anzuschaffen, mit unterschiedlichen eigenschaften etc. zur benutzung durch die institute. wenn man versucht, diese kanaele zu oeffnen, spart man sich das gruebeln und diskutieren ueber kohle, mit dem angenehmen seiteneffekt dass man mehr kommuniziert, mit interessanten leuten die auf dem bereich evtl. schon erfahrungen haben etc. etc. - womit wir dann wieder bei "netzkultur" sind, so wie ich den begriff lesen wuerde ;) also, diese warnung von meiner seite, resultierend aus konkreten erfahrungen... kann ich bei interesse auch mal im persoenlichen gespraech ausfuehren... uebrigens bin ich sehr dafuer (hallo FX) *politisch* sehr wohl fuer eine adaequate honorierung (sozial, finanziell) von netzkultur im FX'schen sinne einzutreten. aber straight und so wie man ist, und nicht ueber das vorgaukeln foerderungswuerdiger aktivitaeten betreffend des jeweiligen topes ("wohlformulierte theroretische Dokumente"). my EUR 0,02 f/0 p.s. abgesehen kann ich mir nicht vorstellen, das wir aus dem von dir angesprochenen topf die kohle lukrieren koennen - da muessten wir uns schon sehr verbiegen *und* das wer-kennt-wen spielchen spielen. wollen wir das? Andreas.Trawoeger@wgkk.at wrote:
metalab-bounces@lists.metalab.at schrieb am 05.12.2005 09:59:42:
3. jede form der f�rderung schafft eine art von abh�ngigkeit so heroisch auch die ans�tze sein m�gen und im endeffekt muss man dann immer �berlegen was man machen und sagen darf um diese gelder nicht zu
verlieren.
4. ich finde sowieso die ganze subventions und f�rderungspolitik verachtensw�rdig.
und �berhaupt denk ich ist kaum jemand wegen finanziellen anreizen in der oss/hacker 'szene' unterwegs.
Das Problem hat einen simplen Namen: ZPrinter 310 Plus ( http://kybkreis.org/wiki/3D_Drucker)
Ich halte es f�r richtig und Notwendig, dass wir den laufenden Betrieb (Mietkosten, etc.) rein privat aufbringen, damit unser langfristiges �berleben gesichert ist und wir in keinerlei Abh�ngigkeitverh�ltnisse kommen.
Nur einer der Hauptideen von MetaLab ist es dort nicht nur Freie Software sondern auch Freie Hardware zu produzieren. Ein Computer zum Programmieren ist billig und l�sst sich leicht auftreiben. Aber der oben erw�hnte 3D Drucker um 20.000 Euro zum produzieren Freier Hardware ist es nicht und wird auf absehbare unsere finanziellen Ressourcen bei weiten �berschreiten.
Die einzige M�glichkeit diese zu finanzieren lautet F�rderungen inkl. all der damit verbundenen Unfreiheiten und dem Zwang wohlformulierte theroretische Dokumente, die definieren in was f�r einen gesellschaftlichen und kulturellen Kontext wir uns bewegen und b�rokratische Antragsformulare zu schreiben.
Der Stichtag f�r all diese Entscheidungen lautet 10.1.2006, ansonsten haben wir kaum eine Chance den oben erw�hnten ZPrinter 310 Plus vor dem 1.7.2007 auftreiben zu k�nnen. Siehe: http://www.oenb.at/de/ueber_die_oenb/foerderung/jubilaeumsfonds/gutachter/an...
cu andreas
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