sorry im vorhinen f�r flaming, wird mein letztes mail zu dem thema. Astrid Gruber wrote:
Hallo
Marius Schebella schrieb:
... eine internetliste machen. direkte mitbestimmung in allen punkten. als gew�hlter abgeordneter w�rde ich mich verpflichten nur mehr nach/gem�� m�glichst breitem internetvoting abzustimmen. ...
Na super. Minderheitenrechte: geht's scheiss'n.
wieso soll es in einer direkten demokratie keine minderheitenrechte geben? haben wir unsere minderheitenrechte nicht gerade wegen der demokratie? leute sind nicht bl�d, und sie w�hlen auch nicht falsch. politikern hingegen geht es um macht, ihr pers�nliches ego und sie lassen sich von interessensvertretungen kaufen.
Die Mehrheit hat anders entschieden, "common sense", undisturbed by knowledge, rules. Aus Cern tret ma aus,
aus cern sind wir nur deshalb nicht ausgetreten, weil sich sehr viele leute gegen die willk�rentscheidung eines einzelnen politikers gewehrt haben.
Asylverfahren gibt es keine mehr (da ist die Mehrheit nicht dran interessiert) und Fussball wird Buergerpflicht.
wenn du menschen keine m�glichkeit gibst, �ber sich selbst zu entscheiden, werden sie jedem nachlaufen, der ihren frust kanalisiert. genau die entm�ndigung f�hrt zum verlust von selbstwertgef�hl, was ja der beste n�hrboden f�r fremdenhass ist.
Dazu haben wir gewaehlte Vertreterinnen und Vertreter: weil Du allein nicht alles wissen kannst, und die Mehrheit schon gar nicht ueber Expertise verfuegt.
und du sagst du wirklich, leute sind dumm, es ist besser wenn nur eine elite, die sich auch auskennt, entscheidet? hallo, wof�r gabs die aufkl�rung? nat�rlich braucht es leute, die sich auskennen und meinungsbildend sind. aber entscheidungen sollten von allen getroffen werden. mir geht es darum, mechanismen auszuschaltet, in denen sich einige wenige auf kosten vieler bereichern k�nnen. es ist halt viel einfacher ein paar politiker einzuwickeln, also mio �sterreicher (glaube ich zumindest). davon abgesehen geht es mir (ich glaube �hnlich wie dir?) darum, leuten bewusster zu machen, dass sie entscheidungen selbst treffen k�nnen/m�ssen und niemanden anderen vorschieben und verantwortlich machen k�nnen/m�ssen.
In .at haben wir uebrigens, anders als zb in .de, ein Begutachtungsverfahren fuer normal eingebrachte Gesetzesantraege, was bedeutet, bei einem eingebrachten Gesetz werden in der Entstehungsphase moegliche Betroffene um Stellungsnahme gebeten (diese Stellungnahmen kann man dann auch auf dem parlinkom-Server nachlesen). Und dieses Begutachtungsverfahren hat sehr grossen Einfluss. Wenn man was aendern will: so kann man was aendern. Weil das Drama meistens is: es ist eh allen egal, und nicht: die Weltverschwoerungspolitiker haben sich gegen alles und alle verschworen. (Das ist eine Weltsicht wie: das Wetter ist gegen mich.)
Es gibt in der Entwicklung von kleinen Kindern verschiedene Entwicklungsstufen wenn man sie fragt, wo (zb) die Regeln zum Mensch-aergere-dich-nicht herkommen: Stufe 1: Die kommen vom lieben Gott, der Sonne, ... (einer undefinierbaren externen Macht) Stufe 2: Die waren schon immer da. Die Leute frueher haben das auch immer schon so gemacht. (vulgo: es aendert sich eh nix, was auch immer ich tue, oder auch: das hamma schon immer so g'macht) Stufe 3: Die Mama hat die bestimmt (oder der Vater, oder der Buergermeister) (und er/sie kann die voellig willkuerlich auch wieder andern) (auf dieser Stufe gibt es zumindest ein Bewusstsein dafuer dass die Regeln nicht von selbst entstanden sind sondern von Menschen gemacht werden) Stufe 4: Wir legen die gemeinsam ueber Uebereinkunft und _Verhandeln_ fest (auf dieser Stufe werden Regeln auch angepasst) Erst auf dieser Stufe erfaehrt sich ein Kind nicht mehr ohnmaechtig, weil es gecheckt hat dass Spielregeln verhandelbar sind. In der Entwicklung von Staaten spiegeln sich diese Reifestufen.
Direkte Mehrheitsabstimmungen zu komplexen Thematiken sind katastrophal weil sie den Diskussionsprozess, das Verhandeln, das Ringen um eine Loesung, umgehen und statt dessen die augenblickliche Stimmung widerspiegeln. Weil sie Minderheiten ueberstimmen. Weil ... (continue on your own)
ehrlich gesagt, wei� ich nicht, auf was du dabei anpielst, mir fallen keine beispiele ein in denen demokratische entscheidungen zu einer katastrophe gef�hrt haben? marius.