On 05.05.2010 13:07, Florian Bittner wrote:
ich senf da jetzt auch mal dazu..
Und da Senf ich nochmal retour
ich würd mich dort nicht bewerben weil sich das für mich von haus aus schlecht anfühlt.
Das gehört einfach zum kennenlernen dazu, in dem Kontext kann man als potentieller Mitarbeiter auch einiges vom Umfeld ableiten wo gearbeitet wird. Kaum ein Arbeitgeber wird von vornherein, besonders in einem öffentlichen Medium, mitteilen welchen Spielraum er hat. Ist in unserem Kulturkreis nicht üblich, weiß nicht wie das anderswo aussieht. Vgl Spieltheorie. Zum Thema Geld - Je näher ein Unternehmen am Geld ist, desto mehr bleibt für Mitarbeiter über; umso wahnsinniger ist die Arbeitsumgebung dann allerdings auch (Ausnahmen, Regel, etc.). Ein Beispiel dazu: http://tech.mit.edu/V130/N18/dubai.html Ich selbst hab auch mal bei einem IT-Dienstleister der u.a. im regierungsnahen Umfeld Aufträge hatte gearbeitet. Das war mein mit Abstand bestbezahlter Job in einem fixen Anstellungsverhältnis und auch der, der mich persönlich am meisten belastet hat (vgl: Schmerzensgeld). Aus dem wollte ich innerlich nach den ersten 6 Wochen wieder raus, ich habs dann aber doch ein halbes Jahr ausgehalten, ein bisschen Besserung in die Umgebung gebracht und eine kontrollierte Übergabe gemacht.
aber an dieser stelle muss ich unbedingt nocheinmal den robe zitieren:
Money isn't everything.
es ist wahr! man braucht genug geld zum leben, wenn man ein schönes auto und ein tolles eigenheim haben wil braucht man mehr geld. kinder und hund kosten extra.. schon klar.
Exakt. Deswegen - Abstimmen welche Fixkosten hat, welche Goodies/Zukunftsinvestitionen (Lebens/Pensionsversicherung, Eigentumswohnung/Haus, unvernünftige Autos, Doomsday device) man sich leisten möchte und dementsprechend Jobs suchen. Eins Vorweg - in einem regulären Dienstverhältnis (besonders am unteren Ende der Hierarchie) wird man nicht reich werden. Wenn das das persönliche Ziel ist heissts lernen das Gewissen abzuschalten, Ellbogen auszufahren, NLP schleifen und sich in Umgebungen zu bewegen, wo viel Geld in den höheren Schichten des Organigramms abfällt. Zum Beispiel: http://de.wikipedia.org/wiki/Tilo_Berlin Die Alternative dazu ist die Selbständigkeit, hier kann man das unternehmerische (private) Risiko durch höhere Stundensätze und Pauschalleistungen kompensieren, die steuerliche Erleichterung für viele Dinge kommt dem auch noch zu Gute. Aber ein normales Anstellungsverhältnis soll dem Mitarbeiter eine Absicherung seines Lebensstandards gewähren und dem Unternehmer ein verlässliches Mitglied für den Fortbestand und Weiterentwicklung des Unternehmens geben. "Get rich fast" spielt da keine Rolle ;).
meine fragen an die potentiellen dienstgeber sind daher immer in dieser reihenfolge: - wieviele wochenstunden? - flexible zeiteinteilung?
Das sollte Bestandteil der Jobausschreibung sein, wenns ned explizit erwähnt ist 38,5h annehmen, freie Zeiteinteilung je Internet desto wahrscheinlicher ;)
- was wollt ihr zahlen? gefolgt von "haha.. ja klar, so günstig ist meine lebenszeit aber nicht."
Hier hilfts auch sich den IT KV zu Gemüte zu führen. Wenn man als Sysadmin/Developer angestellt wird und frei denken kann und soll ist das ziemlich automatisch eine Einstufung in ST2 und setzt dementsprechende Grundgehälter voraus. Jeder Arbeitgeber der das anders sehen möchte bzw. sieht ist zu hinterfragen. Wenn einfach der finanzielle Spielraum fehlt und man grundsätzlich an der Aufgabe interessiert ist schauen ob man andere Regelungen finden kann (unter der Wahrung des eigenen Lebensstandards, that is).
- sind wir dann eh ALLE per du oder habt ihr diesen befehlspyramiden fuckup?
Das ist vielleicht sogar der wichtigste Punkte: Unternehmenskultur und Unternehmensorganisation. Gerade in (IT-lastigen) Unternehmen sieht's meinem (nicht repräsentativen) Eindruck nach meistens so aus: http://k9zw.files.wordpress.com/2007/05/dilbert_disaster.jpg, nur dass man das das "Disaster Recovery Plan" durch "Daily Business" ersetzen kann. Deswegen: schauen wieviel "Wahnsinn" im Alltag auf einen herabregnet und welcher Natur der ist. Es gibt Menschen die nervös werden wenn sie einen Urlaubsantrag schriftlich einreichen müssen, andere die einen Nervenzusammenbruch bekommen wenn nicht zwei Tage vor einem Meeting eine abgesegnete Agenda vorliegt. Choose your poison ;). lg, Michael