Re: [Metalab] Reminder: letzter mana/ förderungs anmeldungstag
Was ist eine "kollektive Entscheidung"? Eine, -) wo einige mitarbeiten und ein paar Prozent >jeder Meinung auch im Kompromies sich wiederfindet, oder -) die dann von vielen akzeptiert und v.a. auch >ausgelebt wird?
Nachdem Entscheidungsfindungsprozesse in Gruppen eines meiner Hobbies ist, hier meine Definition dazu: Eine kollektive Entscheidung ist eine Entscheidung, dessen Entscheidungsfindungsprozess von allen Beteiligten aktzeptiert wird. Klassisches Beispiel sind Nationalratswahlen, wo man zwar mit dem Ergebnis selten wirklich glücklich ist, die Wahl an sich und das Recht einer Partei anhand des Ergebnis Abgeordnete zu stellen, aber akzeptiert und nicht in Frage stellt (=Das Recht auf Abgeordnete, nicht deren politische Meinung) . Eines der Hauptprobleme in selbstorganisierten Gruppen ist, das beteiligte Personen anfangen diese zu sabotieren, wenn sie das Gefühl haben an der Entscheidungsfindung innerhalb der Gruppe nicht wirklich beteiligt zu sein bzw. das Gefühl haben dies nicht wirklich tun zu können. Es ist nicht wichtig, jeden immer und überall in eine Entscheidung einzubinden, aber es ist wichtig jedem die Möglichkeit zu geben dies zu tun und dies klar und strukturiert zu machen und nicht nur ständig zu sagen wir sind partizipativ, ohne jedliches Modell dahinter wie diese Beteiligung in der Praxis aussieht kann. Kompromisse sind nicht prinzipell etwas schlechtes, aber je größer die Gruppe wird desto schwieriger sind sie zu erzielen. Das Hauptproblem bei NetzNetz ist, dass die meisten Kompromisse im relativ kleinen Rahmen und mit wechselnden Personen getroffen worden sind, ohne zu versuchen diesen Kompromisse auf eine wirklich breite Basis zu stellen. Dementsprechend ist jeder Kompromis, gleichzeitig eine Entscheidung, die Unbeteiligte nicht wirklich verstehen bzw. sich über diese Ärgern, weil sie an der Entscheidung nicht beteiligt waren. Mir ist beim NetzNetz Fördermodell bis jetzt noch nicht klar, weshalb wir z.B. drei verschiedene Kategorien mit drei verschiedenen Entscheidungsmodelle haben. Die Kategorien lasse ich mir noch einreden, aber wieso gibt es nicht ein einziges dafür wirklich sauber definiertes Entscheidungsmodell mit vordefinierten Mindestquotas für jeden Bereich? Ich schätze, dass es vielen, die nicht ständig bei jedem NetzNetz Treffen oder Entscheidungsfindung mit dabei waren, mit anderen Entscheidungen innerhalb von NetzNetz ähnlich geht. Dementsprechend explosiv ist die Stimmung auf der NetzNetz Liste, was wiederum zur Gründung des Organisationskommites geführt hat, welches sich dzt. immer mehr nach außen abschottet (wer will sich schon ständig von -Unbeteiligten niederflamen lassen) und nur mehr bereits getroffene Entscheidungen verkündet, ohne diese vorher auf wirklich breiter Basis zu diskutieren, was allerdings dazu führt das sich noch mehr Personen sich von der Entscheidungsfindung ausgeschlossen fühlen, .... Keine Ahnung wie das Enden soll, vielleicht schaffen wir es ja doch noch irgendwie die Kurve zu kratzen. cu andreas
On Sun, 2006-03-05 at 12:49 +0100, Andreas.Trawoeger@wgkk.at wrote:
Was ist eine "kollektive Entscheidung"? Eine, -) wo einige mitarbeiten und ein paar Prozent >jeder Meinung auch im Kompromies sich wiederfindet, oder -) die dann von vielen akzeptiert und v.a. auch >ausgelebt wird?
Nachdem Entscheidungsfindungsprozesse in Gruppen eines meiner Hobbies ist, hier meine Definition dazu: Eine kollektive Entscheidung ist eine Entscheidung, dessen Entscheidungsfindungsprozess von allen Beteiligten aktzeptiert wird.
Also im wesentlichen (wenn nicht zu !00%) mein 2. Satz. [...]
Eines der Hauptprobleme in selbstorganisierten Gruppen ist, das beteiligte Personen anfangen diese zu sabotieren, wenn sie das Gefühl haben an der Entscheidungsfindung innerhalb der Gruppe nicht wirklich beteiligt zu sein bzw. das Gefühl haben dies nicht wirklich tun zu können.
ACK, wenn einem der eigene "Einfluß" wichtiger als eine gute Lösung des akuten Problems ist.
Es ist nicht wichtig, jeden immer und überall in eine Entscheidung einzubinden, aber es ist wichtig jedem die Möglichkeit zu geben dies zu tun und dies klar und strukturiert zu machen und nicht nur ständig zu sagen wir sind partizipativ, ohne jedliches Modell dahinter wie diese Beteiligung in der Praxis aussieht kann.
Kompromisse sind nicht prinzipell etwas schlechtes, aber je größer die Gruppe wird desto schwieriger sind sie zu erzielen.
Ich hab auch nicht Kompromisse als prinzipiell schlecht abgetan, sondern "Kompromisse bei technischen Entscheidungen" (und Spielregeln, die in Software gegossen werden sollen, und auch andere sind in diesem Kontext "technische Entscheidungen". Und SW-Entwicklung auf moving Targets hin, v.a. wen jene, die das Ziel permanent umdefinieren, es nicht auch implementieren, wird mbMn kaum funktionieren - und schon gar nicht bei Halten von Terminen). Der Hintergrund ist, daß man (oder zumindest ich idR) eine technisch-fachlich gute Entscheidung haben will (auch wenn nicht meine ursprünglich präferierte war). Dazu braucht es aber nachvollziehbare gute Gründe und bei technischen Entscheidungen kann man idR da tatsächlich einigermaßen quantifizierbare und qualifizierbare Fakten und Überlegungen bringen und daraus ein Ergebnis bauen, das konsistent ist und eine Linie hat. Wenn natürlich die ganze Diskussion aus "ich glaube", "ich meine", "vermutlich", "wahrscheinlich" und sonst nur aus Annahmen besteht, wird es mühsam werden.
Das Hauptproblem bei NetzNetz ist, dass die meisten Kompromisse im relativ kleinen Rahmen und mit wechselnden Personen getroffen worden sind, ohne zu versuchen diesen Kompromisse auf eine wirklich breite Basis zu stellen.
Dementsprechend ist jeder Kompromis, gleichzeitig eine Entscheidung, die Unbeteiligte nicht wirklich verstehen bzw. sich über diese Ärgern, weil sie an der Entscheidung nicht beteiligt waren.
Tja, da ist wohl viel schief gelaufen. Die technischen Probleme sind wohl nur Symptome und die Ursache liegt wohl ganz wo anders.
Mir ist beim NetzNetz Fördermodell bis jetzt noch nicht klar, weshalb wir z.B. drei verschiedene Kategorien mit drei verschiedenen Entscheidungsmodelle haben. Die Kategorien lasse ich mir noch einreden, aber wieso gibt es nicht ein einziges dafür wirklich sauber definiertes Entscheidungsmodell mit vordefinierten Mindestquotas für jeden Bereich?
Ich schätze, dass es vielen, die nicht ständig bei jedem NetzNetz Treffen oder Entscheidungsfindung mit dabei waren, mit anderen Entscheidungen innerhalb von NetzNetz ähnlich geht.
Dementsprechend explosiv ist die Stimmung auf der NetzNetz Liste, was wiederum zur Gründung des Organisationskommites geführt hat, welches sich dzt. immer mehr nach außen abschottet (wer will sich schon ständig von
Äh, wie das mit "Community" und so?
-Unbeteiligten niederflamen lassen) und nur mehr bereits getroffene Entscheidungen verkündet, ohne diese vorher auf wirklich breiter Basis zu diskutieren, was allerdings dazu führt das sich noch mehr Personen sich von der Entscheidungsfindung ausgeschlossen fühlen, ....
Um auf das Verkaufsargument der (angebliche) "Community" zurückzukommen: Das Org.-Komitee wird halt damit leben müssen, daß andere eben nicht mitmachen und blind und geistlos "Befehle von oben" durchzuführen und diskussionslos akzeptieren (Warum sollte ich oder sonstwer das in seiner Freizeit um Gotters Lohn tun?).
Keine Ahnung wie das Enden soll, vielleicht schaffen wir es ja doch noch irgendwie die Kurve zu kratzen.
Solange es auf saubere Art und Weise passiert, hab ich kein Problem damit. Wenn irgendwas rauskommt und das als "großer Erfolg blafasel" verkauft wird, dann wird es mühsam. Und sich mit "wir haben alles versucht und alle anderen sind Schuld wegen .." rausreden, wird nicht wirklich glaubhaft rüberkommen, weil im "Community"-Ansatz ist das nur das verklausulierte Geständnis, das Konzept von "Community" (bei Techies) nicht kapiert zu haben. Aber das ist ja verkauft worden. Bernd -- Firmix Software GmbH http://www.firmix.at/ mobil: +43 664 4416156 fax: +43 1 7890849-55 Embedded Linux Development and Services
Teilnehmer (2)
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Bernd Petrovitsch