[Vorbemerkung: Meines Wissens ist die üblche Konfiguration bei Chello, dass der PC über Ethernet an das Modem angeschlossen wird und über DHCP eine (routbare) IP-Adresse (+Gateway, DNS-Config, etc.) zugewiesen bekommt. Am PC muss man also nichts installieren oder konfigurieren. Ich gehe davon aus, dass hier diese übliche Konfiguration vorliegt.] On 2012-04-17 11:41:53 +0200, BDuN@gmx.net wrote:
Tatsache ist, ICH habs nicht - bewußt - runtergeladen, ich kannte das Ding gar nicht !
*pcap ist eine Packet-Sniffing-Library (unter Windows möglicherweise ein Dienst), die von diversen Packet-Sniffern (z.B. Wireshark) verwendet wird. Die wirst Du fast sicher nicht allein installieren sondern immer mit einem anderen Programm mitinstallieren.
Dieser Lappy stammt aus Deutschland, gegen Weihnachten online gekauft, anstandslos geliefert, eingesteckt, läuft - vorinstallierte Win7Premium Home Edition, der Standard halt - keine CD dazu, sondern Partition mit backup, den voristallierten Norton-Symantec hab ich sofort gegrillt, Zone Alarm und Adaware neu runtergeladen, da 64bit System, zuvor 32 und daher die alten unbrauchbar... [...] Freitag früher Nachmittag bringe ich das alte Modem, alle Kabel, erhalte alles neu, der nette junge Mann am Helpdesk schaltet es frei, sagt, daß es in ca. 30 Minuten laufen müßte und das wars ... Freitag 20.00 Uhr nix - Anruf - könn ma nix machen, der Techniksupport ist schon im Wochenende ... ich fahre Samstag wieder hin und will das Modem erneut austauschen, weil das ohne Techniksupport direkt vom Helpdesk her neu freigeschalten werden kann -- geht nicht, dieses hier wäre irgendwo "im System" und es würde nicht am Modem liegen, sondern am DNS und das könne nur der 2. technische Support ..
Der Sonntag war der 25. Da hattest Du also weder eine Internet-Verbindung noch Kontakt zu einem Chello-Techniker. Wobei "keine Internet-Anbindung" mit Vorsicht zu betrachten ist: Die Aussagen, das Modem sei "im System", es liege "nicht am Modem, sondern am DNS" klingen eher danach, als ob die Internet-Verbindung eh da war, nur Deine DNS-Einstellungen waren irgendwie verhunzt (vermutlich falsche DNS-Server eingetragen). D.h. dein Laptop war - sofern eingeschaltet - ganz normal im Netz, Du konntest nur wenig machen, weil die Verwendung von IP-Adressen halt ein wenig mühsam ist (und oft gar nicht geht). Einen eventuellen Angreifer von außen stört das aber natürlich nicht.
am Montag drauf noch immer nix, am Dienstag detto, Dienstag spätabends gehts plötzlich kurz und ist wieder weg, ich ruf die Hotline an, eine weibliche Stimme sagt mir was von Kabeln raus und wieder ein und sie würde mir "eine neue Software schicken"
Ich nehme an, damit hat sie gemeint, dass sie dem Modem eine neue Software schickt. Auf Deinen Laptop sollte sie keinen Zugriff haben.
- es geht ca. 1 Stunde, dann ist es wieder weg ... wieder Hotline, männliche junge Stimme sagt mir ,welches System ich nutze, welche Marke mein Laptop ist und daß ich die Firewall wegschalten soll - ich machs, frag ihn aber "was das können Sie alles sehen ? "
Soweit nicht sonderlich verwunderlich. Die Marke des Laptops sieht er wahrscheinlich an der MAC-Adresse[1], das Betriebssystem lässt sich meistens auch recht zuverlässig erkennen oder notfalls raten (wieviel Prozent der Chello User verwenden wohl Windows 7 Home Edition?) und ob ein Firewall aktiv ist, merkt er wahrscheinlich auch schnell (abgesehen davon steht "Firewall abschalten" auf seiner Checkliste wahrscheinlich ganz oben - gefühlte[2] 90% der Netzwerkprobleme, die Windows-User haben, lassen sich auf falsch konfigurierte Windows-Firewalls zurückführen)
- er: was meinen Sie, was ich von hier aus noch alles sehen kann
Männliches Imponiergehabe? ;-)
...dann schaltet er sich weg, läßt mich warten, nach geraumer Weile ist das Modem erst völlig tot, dann gehen alle Lichter an
Offensichtlich hat er Modem neu gestartet, vermutlich nachdem er etwas an der Konfiguration (Adressen der DNS-Server?) geändert hat. Ich sehe da keinen Hinweis darauf, dass er etwas an Deinem Laptop gemacht hätte.
und es läuft - bis jetzt ...auf meine Frage, was es denn nun genau gewesen sei, meinte er nur, daß "was mit dem DNS nicht gestimmt hätte" - das hat mir mein eigener Fehlerscan auch gesagt !
Ja, aber er hat gewusst, wie er es behebt ;-)
Interessant ist, daß das alles um den 25. März herum war - genau der Tag, an dem das WinPcap in meinem System erschienen ist ...
jetzt hab ich mich etwas umgeschaut in Foren und dazu etwas aus dem Jahr 2008 ! gefunden - da schreibt man, der (deutsche) Bundestrojaner steckt im DSL-Modem ....wenn das stimmt, kann ich System aufsetzen, sooft ich will, denn sobald ich das Modem anschließe, hab ichs wieder drauf ...
Das sieht mir nicht sonderlich seriös aus. Die Frage im ersten Kommentar "Quelle: Kettenbrief?" ist berechtigt. Auch ein Windows-PC lädt im Normalfall keine Software vom DHCP-Server, sondern nur eine Handvoll Konfigurationsdaten. So leicht ist es also nicht, über das Modem Software am PC zu installieren, ohne dass der Benutzer daran mitwirkt[3]. Am Modem selbst könnte man natürlich Überwachungssoftware installieren, aber dort verfehlt sie den Zweck: Nämlich eine allfällige Verschlüsselung auszuhebeln, indem man die Daten abgreift bevor sie verschlüsselt bzw. nachdem sie entschlüsselt werden.
ich werde mir also jetzt mal das Wireshark greifen
und damit WinPcap installieren (ich bin mir ziemlich sicher, dass Wireshark auf Windows WinPcap verwendet - Wireshark für Linux verwendet jedenfalls libpcap).
und mir anschauen und zweitens werde ich bei chello anfragen mit dem Hinweis, daß ich die Antwort von Arge Daten überprüfen lassen werde ...denn Vorratsdatenspeicherung hin oder her, am 25. März war noch nicht der erste April und eine allfällige Installation einer Spionagesoftware
... hat mit der Vorratsdatenspeicherung nichts zu tun. Die Vorratsdatenspeicherung verpflichtet den Provider (und erlaubt ihm) ausschließlich, die IP-Adresse (bei Chello einfach, da (fast) statisch) sowie Verbindungsdaten (keine Inhalte) von ein- und ausgehenden E-Mails, Telefonaten (inkl. VoIP) und SMS zu speichern. Spionagesoftware ("Bundestrojaner") ist ein ganz anderes Kapitel.
müßte entweder richterlich genehmigt gewesen sein
Da bin ich mir nicht sicher: Da ist einiges an Kompetenzen von den Richtern zu den Staatsanwälten bzw. zur Polizei gewandert. Aber jedenfalls müsste es dafür ein laufendes Verfahren geben.
(dann hätte ich Anrecht auf Information !)
Kaum. Welchen Sinn hätte es, jemanden abzuhören, wenn man ihm das mitteilen muss? Das erfährst Du frühestens, wenn Dich die Cobra um 5 Uhr früh aus dem Bett holt.
oder es war widerrechtlich - dann tuschts!
Dann sollte es wirklich tuschen. Aber das scheint mir doch eher unwahrscheinlich. hp [1] Gib Deine MAC-Adresse mal hier ein: http://hwaddress.com/ [2] Mein Gefühl ist da aber wahrscheinlich nicht repräsentativ. Ich habe mit Windows glücklicherweise relativ wenig zu tun. [3] So, jetzt werde ich paranoid: Firefox für Linux ist ein unsigniertes tar.bz2-File, das über eine ungesicherte Verbindung heruntergeladen wird ... -- _ | Peter J. Holzer | Der eigene Verstand bleibt gefühlt messer- |_|_) | Sysadmin WSR | scharf. Aber die restliche Welt blickt's | | | hjp@hjp.at | immer weniger. __/ | http://www.hjp.at/ | -- Matthias Kohrs in desd