was kann die betreibung eines weltweiten gps/positioning systems kosten? galileo veranschlagt 3,4 Mrd. EUR. ich frage mich, ob man das nicht um einen bruchteil des geldes als open source projekt auf spendenbasis weltweit aufziehen kann. wollte immer schon ein paar satelliten ins all schießen, man muss ja nicht alles den militärs überlassen, und dass jedes land sein eigenes ding baut, ist überhaupt verrückt. marius.
marius schebella wrote :
was kann die betreibung eines weltweiten gps/positioning systems kosten? galileo veranschlagt 3,4 Mrd. EUR. ich frage mich, ob man das
Ich nehm an davon sind allein 3Mrd EUR die Versicherung bei Lloyds of London gegen herabfallende Teile und Abschuss durch Siegermaechte. Ernsthaft: es gibt einige "Studentenprojekte" die Satelliten in die Umlaufbahn schicken, allerdings passiert das nur alle drei heiligen Zeiten und die Ressourcen fuer sowas sind sehr begrenzt. Was ich mir vorstellen koennte waer ein Netz aus Wetterballons, die evtl durch Laserverfolgung ihre Position gefunkt bekommen - oder so. ;) Falls da nicht die atmosphaerischen Bedingungen einem einen Strich durch die Rechnung machen. Adaption durch die Industrie wird da aber kaum folgen, deshalb waers extrem lustig sowas mit wlan hw zu machen :> Aber: visionaere Projekte sollte man unterstuetzen. Des einen Verrueckter ist des anderen Prophet - und die Idee klingt durchaus nach Potential fuer beides ;) lg, Philip -- Letters from the history of science, today: reductionism! Aristotle: What does it mean to be a good person? Descartes: What does it mean to be? Nietzsche: What does it mean? B. Russel: What does 'it' mean?
coole idee, aber problem nummer eins: wen gehören die satelliten dann? (wer darf/kann zB über eine abschaltung verfügen?) problem nummer zwei: solche beträge durch spendengelder? (auch wenn die software gemeinschaftlich als opensource daherkommt, kostet die "hardware" bisl was..) alle guten dinge sind.. problem nummer drei: wer trägt die veranbwortung? eine (private? gemeinnützige?) organisation? ein "verein"? nur mal so gedanken.. Cheers, Stefan (via iPod) Am 11.05.2009 um 14:35 schrieb marius schebella <marius.schebella@gmail.com
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was kann die betreibung eines weltweiten gps/positioning systems kosten? galileo veranschlagt 3,4 Mrd. EUR. ich frage mich, ob man das nicht um einen bruchteil des geldes als open source projekt auf spendenbasis weltweit aufziehen kann. wollte immer schon ein paar satelliten ins all schießen, man muss ja nicht alles den militärs überlassen, und dass jedes land sein eigenes ding baut, ist überhau pt verrückt. marius.
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Stefan2904 wrote:
coole idee, aber
problem nummer eins: wen gehören die satelliten dann? (wer darf/kann zB über eine abschaltung verfügen?)
das mit dem besitz ist so eine sache... wem gehört eine sprache, wem gehört infrastruktur? we gehört der stefansdom(1)? Wem gehört eine aktiengesellschaft? imho dem/denen, der sich darum kümmern bzw. durch gesellschaftlichen auftrag dazu berechtigt ist. ad-hoc societies. ich glaube, dass man sowieso alle dinge nur mehr nachhaltig bauen sollte. insofern sollten durch eine abschaltng keine extra kosten oder gefahren entstehen. (1) der stefansdom btw gehört "sich selber" (Der Eigentuemer der „Metropolitan-, Dom- und Pfarrkirche St. Stephan“ ist die „Metropolitan-, Dom- und Pfarrkirche St. Stephan“.)
problem nummer zwei: solche beträge durch spendengelder? (auch wenn die software gemeinschaftlich als opensource daherkommt, kostet die "hardware" bisl was..)
klar, hw muss vorfinanziert werden. über private und staatliche förder/spendengelder vielleicht auf 5-10 jahre angelegt, danach nur mehr laufende betriebskosten, die wegfallen, sobald das projekt sterben sollte. ich kann leider die kosten ganz schwer abschätzen, entwicklungskosten würden jedenfalls nur einmal anfallen, dann alles open source sein und insofern für folgeprojekte frei verfügbar. sonst, was ist ein satellit mehr als metall- und elektronik schrott, solarzellen... ist immer noch genug geld, keine frage, aber nicht ganz unrealistisch.
alle guten dinge sind.. problem nummer drei: wer trägt die veranbwortung? eine (private? gemeinnützige?) organisation? ein "verein"?
wer trägt die verantwortung für apache? es gibt eine apache foundation, in der firmen sitzen, die mithilfe der software ihr geld verdienen, also könnten auch hersteller von gps hardware in einer organisation sitzen, letzlich aber ein demokratisch gewählter aufsichtsrat.
nur mal so gedanken..
danke!! marius.
Cheers, Stefan (via iPod)
Am 11.05.2009 um 14:35 schrieb marius schebella <marius.schebella@gmail.com
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was kann die betreibung eines weltweiten gps/positioning systems kosten? galileo veranschlagt 3,4 Mrd. EUR. ich frage mich, ob man das nicht um einen bruchteil des geldes als open source projekt auf spendenbasis weltweit aufziehen kann. wollte immer schon ein paar satelliten ins all schießen, man muss ja nicht alles den militärs überlassen, und dass jedes land sein eigenes ding baut, ist überhau pt verrückt. marius.
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marius schebella wrote : [...] Nachdem ich mir mit diesen Antworten den Vorschlag nochmal ueberlegt habe, muss ich sagen, es ist eine bemerkenswert gute Idee. Lancier das doch mal an Deinen TU Prof. -- Letters from the history of science, today: reductionism! Aristotle: What does it mean to be a good person? Descartes: What does it mean to be? Nietzsche: What does it mean? B. Russel: What does 'it' mean?
2009/5/11 marius schebella <marius.schebella@gmail.com>
Stefan2904 wrote:
coole idee, aber
problem nummer eins: wen gehören die satelliten dann? (wer darf/kann zB über eine abschaltung verfügen?)
das mit dem besitz ist so eine sache... wem gehört eine sprache, wem gehört infrastruktur? we gehört der stefansdom(1)? Wem gehört eine aktiengesellschaft? imho dem/denen, der sich darum kümmern bzw. durch gesellschaftlichen auftrag dazu berechtigt ist. ad-hoc societies. ich glaube, dass man sowieso alle dinge nur mehr nachhaltig bauen sollte. insofern sollten durch eine abschaltng keine extra kosten oder gefahren entstehen. (1) der stefansdom btw gehört "sich selber" (Der Eigentuemer der „Metropolitan-, Dom- und Pfarrkirche St. Stephan“ ist die „Metropolitan-, Dom- und Pfarrkirche St. Stephan“.)
das problem bei gps war ja schon dass die amerikaner frei darüber verfügen können, also das system rein theoretisch nach lust und laune für alle abdrehen/die genauigkeit veringern/etc können. wer stellt sicher dass bei so einem offenen-system dieses nicht irgendwer missbraucht? selbst wenn es einen basisdemokratischen-"aufsichtsrat" oder sonstwas gibt halte ich es riskant die macht über sowas in die hände von ein paar "ausgewählten" zu legen. (funktioniert in der politik ja auch nicht wirklich..)
problem nummer zwei: solche beträge durch spendengelder? (auch wenn die software gemeinschaftlich als opensource daherkommt, kostet die "hardware" bisl was..)
klar, hw muss vorfinanziert werden. über private und staatliche förder/spendengelder vielleicht auf 5-10 jahre angelegt, danach nur mehr laufende betriebskosten, die wegfallen, sobald das projekt sterben sollte. ich kann leider die kosten ganz schwer abschätzen, entwicklungskosten würden jedenfalls nur einmal anfallen, dann alles open source sein und insofern für folgeprojekte frei verfügbar. sonst, was ist ein satellit mehr als metall- und elektronik schrott, solarzellen... ist immer noch genug geld, keine frage, aber nicht ganz unrealistisch.
man braucht für eine ausreichende genauigkeit halt mehrere satelliten (deren position im orbit bekannt sein muss), alle mit atomuhr und in sync. kompatible endgeräte sind dann auch so eine frage..
alle guten dinge sind.. problem nummer drei: wer trägt die veranbwortung? eine (private? gemeinnützige?) organisation? ein "verein"?
wer trägt die verantwortung für apache? es gibt eine apache foundation, in der firmen sitzen, die mithilfe der software ihr geld verdienen, also könnten auch hersteller von gps hardware in einer organisation sitzen, letzlich aber ein demokratisch gewählter aufsichtsrat.
ja schon, aber die apache foundation kann zwar über den entwicklungsverlauf (mit)bestimmen, allerdings nicht über die apache software im einsatz. im falle eines offenen gps würde diese foundation und die community also zwar darüber bestimmen können, wie sich dieses system entwickelt, allerdings nicht darüber, wie es dann konkret eingesetzt wird (siehe punkt eins). war ja glaube ich auch einer der hauptgründe für galileo. ich bin mir sicher dass es dafür (mindestens) eine lösung gibt, allerdings wollte ich mal drauf hinweisen dass es abgesehen von dem technischen und finanziellen problemen auch hierbei probleme geben könnte/wird..
nur mal so gedanken..
danke!!
gerne. find das thema übrigens auch höchst interessant! ;) cheers, stefan
was kann die betreibung eines weltweiten gps/positioning systems kosten? galileo veranschlagt 3,4 Mrd. EUR. ich frage mich, ob man das nicht um einen bruchteil des geldes als open source projekt auf spendenbasis weltweit aufziehen kann.
Also billiger geht es vielleicht, aber Bruchteil ist wohl unrealistisch: Allein der Transport in den Orbit: Das wird mittelfirstig nicht unter 10k Euro/kg fallen - Schon gar nicht fᅵr eine gps relevante Hᅵhe. Dann kommt noch, dass die Satelliten teilweise im Van-Allen-Gᅵrtel sind und dementsprechend strahlungsfeste Elektronik/HW brauchen. Die gibt's auch nicht ᅵberall von der Stange zu kaufen... Schon gar nicht, wenn man damit eine Atomuhr bauen will. Ach ja, eine passende Frequenz braucht man natᅵrlich auch noch.
wollte immer schon ein paar satelliten ins all schieᅵen,
Naja, AMSAT-DL[1] sucht glaub' ich noch Leute, die bei P3E und P5A mitmachen und die MSD[2] scheint bei Archimedes[3] das selbe Problem zu haben. [1] http://www.amsat-dl.org [2] http://www.marssociety.de/html/ [3] http://www.archimedes-ballon.de/ Harald
On Die, 2009-05-12 at 00:05 +0200, Harald Geyer wrote: [...]
Die gibt's auch nicht überall von der Stange zu kaufen... Schon gar nicht, wenn man damit eine Atomuhr bauen will.
Wozu will man da Atomuhren raufschießen (die man ja erst untereinander synchronisieren müßte)? MbMn reicht es, NTP-Server oben zu haben, die gegeneinander bzw. nach unten (zu *den* Atomuhren o.ä.) synchronisieren und in Richtung "Kunden" das GPS-Protokoll sprechen. Bernd -- Firmix Software GmbH http://www.firmix.at/ mobil: +43 664 4416156 fax: +43 1 7890849-55 Embedded Linux Development and Services
Die gibt's auch nicht ᅵberall von der Stange zu kaufen... Schon gar nicht, wenn man damit eine Atomuhr bauen will.
Wozu will man da Atomuhren raufschieᅵen (die man ja erst untereinander synchronisieren mᅵᅵte)? MbMn reicht es, NTP-Server oben zu haben, die gegeneinander bzw. nach unten (zu *den* Atomuhren o.Aᅵ.) synchronisieren
Weil man (um auch nur annᅵhernd in den Genauigkeitsbereich von GPS zu kommen) relativistische Effekte berᅵcksichtigen muss. Und in der relativistischen Physik kann man nicht mehr so einfach mal Uhren synchronisieren - das ist dort gerade der entscheidende Punkt. Disclaimer: Das ist jetzt nur so Halbwissen ohne es selber durchgerechnet zu haben. Aber jedenfalls haben sowohl GPS als auch Galileo Atomuhren auf jedem Satelliten. (Von GLONASS weiᅵ ich es nicht.) Wenn du vorrechnen kannst, wie man ein System mit GPS Qualitᅵt bauen kann und dabei nur mit NTP-Servern auskommt, dann wᅵrde das eine Menge Leute *sehr* interessieren. Soviel ist schon mal klar. Harald
On Die, 2009-05-12 at 01:17 +0200, Harald Geyer wrote: [...]
Disclaimer: Das ist jetzt nur so Halbwissen ohne es selber durchgerechnet zu haben. Aber jedenfalls haben sowohl GPS als auch Galileo Atomuhren auf jedem Satelliten. (Von GLONASS weiß ich es nicht.)
Die Frage war eher, *muß* man dort Atomuhren haben (oder genügt einfacheres mit gescheiter Synchronisation)? Bernd -- Firmix Software GmbH http://www.firmix.at/ mobil: +43 664 4416156 fax: +43 1 7890849-55 Embedded Linux Development and Services
Naja, ich glaube kaum dass die Atomuhren in Sateliten packen wenn es nicht unbedingt notwendig ist.... Zumal ja jedes Gramm Gewicht ur viel kostet... lg nomike aka Michael Postmann 2009/5/12 Bernd Petrovitsch <bernd@firmix.at>:
On Die, 2009-05-12 at 01:17 +0200, Harald Geyer wrote: [...]
Disclaimer: Das ist jetzt nur so Halbwissen ohne es selber durchgerechnet zu haben. Aber jedenfalls haben sowohl GPS als auch Galileo Atomuhren auf jedem Satelliten. (Von GLONASS weiß ich es nicht.)
Die Frage war eher, *muß* man dort Atomuhren haben (oder genügt einfacheres mit gescheiter Synchronisation)?
Bernd -- Firmix Software GmbH http://www.firmix.at/ mobil: +43 664 4416156 fax: +43 1 7890849-55 Embedded Linux Development and Services
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Teilnehmer (8)
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Bernd Petrovitsch -
Constantin Hofstetter -
Harald Geyer -
marius schebella -
Michael Postmann -
Philip Poten -
Stefan2904 -
stefan2904