Re: [Metalab] Netzneutralität
Ich bin eine Frau - steht in meinen Dokumenten. Aufgewachsen bin ich in einer Zeit, als meine Mutter, auch eine Frau (und kein "Elter"), noch keinen eigenen Paß besaß oder besitzen durfte. Wir hatten einen Familienpaß, Inhaber mein Vater, Ehefrau und Kinder darin vermerkt, Ehefrau durfte nur mit schriftlicher Erlaubnis des Ehemannes verreisen, gar mit den Kindern. Ehemann durfte bestimmen, ob Ehefrau arbeiten "darf" und was sie arbeiten darf Ehemann durfte bestimmen, ob sie Kinder zu bekommen hat und wieviele Ehemann hatte das Züchtigungsrecht an seiner Ehefrau - er durfte sie nur nicht sichtbar verletzen, aber eine "gsunde Watschn", wenn das Essen nicht rechtzeitig am Tisch stand, war gesetzeskonform. Ehemann war Haushaltsvorstand und bestimmte über Werdegang der Kinder etc .. Das war NICHT im Orient und im Mittelalter, das war Wien und Österreich im Jahre 1974 ! 5 Jahre nach Woodstock! Beendet haben wir das im Jahr 1975 - ich war damals knapp vor der Matura und mit vielen anderen jungen Leuten auf der Straße dafür Ich weiß also, was es heißt, als Frau unter Ungleichheit leben zu müssen. Seit 1975 ist die Frau rechtlich gleichgestellt und wenn sie diese Gleichstellung nicht nutzt, ist es nicht Aufgabe einer "Gesellschaft", unsere damaligen Anstrengungen lächerlich zu machen mit -/Innen-Geschreibsel und dümmlichen Quoten, mit Umkehrzwang des Machismus zum Feminismus und alles, was wir damals erreicht haben, ad absurdum zu führen. Persönliche Erlebnisse mit Quotenfrauen lassen meiner Generation Gallensteine wachsen, vor allem, wenn man bedenkt, was wir wie hart erarbeitet haben. Seit 1975 können Frauen sich rechtlich jene Positionen verschaffen, die ihnen vorschweben, vorausgesetzt sie setzen sich durch. Wie Männer auch. Ob ich aber Männchen oder Weibchen bin, ist meine Privatsache, genauso wie der Umstand, welchem Aberglauben ich nachhänge - auch der gehört ins Privatleben. Sie verlangen "Gleichberechtigung", drehen aber nur den Vorzustand um, den WIR mit echter Gleichberechtigung 1975 bekämpft und abgeschafft haben. Gleichberechtigt ist man, wenn man die RECHTLICH gleichen Chancen vorfindet, nicht aber, wenn man sie per Quote erzwingt oder per Sprachenverstümmelung das Volk quält - die neue Form des Pluralis Majestatis gewissermaßen. Wir sind von Natur aus nicht gleich geschaffen, weder von Person zu Person und auch nicht von Geschlecht zu Geschlecht. Das Gesetz 1975 beinhaltet alles, was man an Werkzeug braucht, sich nach Geschmack und Talent zu profilieren. Die "Genderisierung" ist nicht nur eine Scheußlichkeit sondergleichen in unserer Sprache, sondern ein Armutszeugnis jener, die offenbar nicht gewillt sind, sich als Individuum profilieren zu wollen oder zu können und daher auf umgekehrte Brandmarkung setzen. Denn nichts anderes ist das. Auch eine Brandmarkung jener Frauen, die es wirklich aufgrund von Leistung zu etwas gebracht haben und die jetzt von einem zunehmenden Teil des Volkes als Quotenweiber betrachtet werden. Wenn eine(r) Komplexe hat - dafür gibts Hilfe auf Krankenschein. Aber bitte nicht am Volk abreagieren, das sich mal den Arsch aufgerissen hat, um echte Gleichberechtigung im Gesetz herbeizuführen - die der persönlichen Talente, des Einsatzes und des Willens, nicht dessen, was man in der Hose hat oder im BH. Wer also denkt, die 60er waren nur ein einziger Farb- und Drogenrausch mit Beatmusik, hat die Rolle der Frau von damals nie verstanden. Es ist auch kaum jemand aus dieser Generation bei diesem Quoten- und Genderschwachsinn zu finden. WIR wissen nämlich, daß echte Gleichberechtigung sich in Leistung der unterschiedlichsten Art und Anstrengung zeigt und nicht in Zwang - egal aus welcher Richtung. Traurig, daß meine Generation wirklich dachte, den Zwang abgeschafft zu haben 1975, denn das was heute abgeht, ist nicht nur Zwang, es ist demütigend und einfach nur lächerlich. Und unlesbar. Unreif und komplexbehaftet. Und voll der Absicht, das Volk zu spalten - teile und herrsche. Beruhigend, daß es offenbar auch noch Jüngere gibt, die gar nicht mehr wissen, was vor 1975 war und es trotzdem anprangern. Das gibt Hoffnung. Würden sich die -Innen so anstrengen gegen die Abschaffung der Netzneutralität, wie sie sich für ihr -Innen-Geschreibsel anstrengen, dann hätten wir die Netzneutralität vielleicht halten können. Und wir hätten Frauen, die sich ihrer wahren Stärken und Vorzüge, etwas zu erreichen, bewußt wären und keine Quotenweiber/Innen. Ich habe übrigens den größten Teil meines Lebens unter Männern verbracht, u.a. auf Erdölbohrungen und als Chef eines mittelgroßen deutschen Verlages. Niemals habe ich einen Job erhalten oder verloren, weil ich eine Frau war. Sondern weil ich die erforderliche Leistung gebracht- oder eben nicht gebracht habe. Immer hatte ich den Respekt der männlichen Mitarbeiter, sobald sie erkannt haben: Die versteht was davon. Selten den der Frauen - die hat sich ihre Position sicher erschlafen. Nur wenige Frauen - jene, die wirklich Beruf und Privates (und dazu gehört auch das Geschlecht) trennen konnten, waren wirklich gute Arbeitskollegen. und keine -Innen. Grüß/Innen Britta die auch sofort eine Seite zumacht, wenn dieser -/Innen-Kram/in auftaucht. Und ab sofort darf gekeppelt werden darüber .. (Rene - meine Hochachtung für deinen Mut)
Gesendet: Dienstag, 03. November 2015 um 13:03 Uhr Von: "Arthur Wist" <arthur.wist@gmail.com> An: "Metalab General Discussion List" <metalab@lists.metalab.at> Betreff: Re: [Metalab] Netzneutralität
http://www.belleslettres.eu/artikel/genus-gendersprech.php
"Wenn wir Doppelformen wie Bürger und Bürgerinnen (in dieser Reihenfolge! – in Verwechslung mit Damen und Herren gern verkehrtherum) in der Bedeutung ‚Bürger unter besonderer Berücksichtigung von Bürgerinnen‘ mit gesonderter Erwähnung der Frau dort verwenden, wo sie mit der gleichen Wahrscheinlichkeit auftreten sollte wie ein Mann, es tatsächlich aber noch nicht tut, schöpfen wir ein altes Mittel der deutschen Sprache aus. Sprachlich ist deshalb nichts dagegen einzuwenden."
Your argument is linguistically invalid both from a descriptivist and a prescriptivist point of view.
2015-11-03 12:37 GMT+01:00 <Rene.Schickbauer@magnapowertrain.com>:
Hi!
Hmm, Seite aufgemacht, überschrift gelesen. Da wird deppat rungegendert (=Texte schwerer zu lesen), Seite sofort wieder zugemacht.
LG Rene _______________________________________________ Metalab mailing list Metalab@lists.metalab.at https://lists.metalab.at/mailman/listinfo/metalab
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vorbemerkung: ich finds ja super, wie schnell eine einzige webseite aus einer überlegung, was man angesichts der angriffe auf die netz-neutralität denn so unternehmen könne, eine diskussion übers gendern macht. vielleicht trage ich trotzdem nur eine kleinigkeit bei: auch wenn einzelne menschen von inklusiver schreibweise (in welcher form auch immer) aus verschiedensten gründen angepisst sind, es gibt inzwischen studien, die recht deutlich zeigen, dass inklusive sprache dazu führt, dass mädchen mehr untypische berufe in betracht ziehen. deutlicher gesagt: wenn also in gesprächen mit/im beisein von kindern von managern, chefs und codern, auf der anderen seite aber krankenschwestern, friseusen und putzfrauen die rede ist, dann hat das wesentlichen einfluss auf die vorstellungswelt der kinder in bezug auf die eigene karriere. wählt man stattdessen die umständlichere, längere, aber inklusive ausdrucksweise, schafft man raum für mehr vorstellungskraft in richtung gender-untypischer berufsvorstellungen. das ist für mich ein klarer auftrag, inklusiv zu sprechen, zu schreiben und damit auch zu denken. wer sich aus welchen gründen auch immer davon beleidigt fühlt, ist mir ehrlich gesagt mehr wurscht als meine (und eure) kinder, denen ich eine egalitärere zukunft wünsche als das, was ich in meiner jugend erlebt habe (bei allen fortschritten, die wir schon gemacht hatten). </2¢> peter purgathofer
Hallo Peter! On Wed, Nov 04, 2015 at 05:16:10PM +0100, peter purgathofer wrote:
vorbemerkung: ich finds ja super, wie schnell eine einzige webseite aus einer ᅵberlegung, was man angesichts der angriffe auf die netz-neutralitᅵt denn so unternehmen kᅵnne, eine diskussion ᅵbers gendern macht.
Ja, das ist in der Tat faszinierend!
vielleicht trage ich trotzdem nur eine kleinigkeit bei: auch wenn einzelne menschen von inklusiver schreibweise (in welcher form auch immer) aus verschiedensten grᅵnden angepisst sind, es gibt inzwischen studien, die recht deutlich zeigen, dass inklusive sprache dazu fᅵhrt, dass mᅵdchen mehr untypische berufe in betracht ziehen.
deutlicher gesagt: wenn also in gesprᅵchen mit/im beisein von kindern von managern, chefs und codern, auf der anderen seite aber krankenschwestern, friseusen und putzfrauen die rede ist, dann hat das wesentlichen einfluss auf die vorstellungswelt der kinder in bezug auf die eigene karriere. wᅵhlt man stattdessen die umstᅵndlichere, lᅵngere, aber inklusive ausdrucksweise, schafft man raum fᅵr mehr vorstellungskraft in richtung gender-untypischer berufsvorstellungen.
Was ist denn die umstᅵndlichere, lᅵngere, aber inklusive Form von krankenschwester, friseuse und putzfrau?
das ist fᅵr mich ein klarer auftrag, inklusiv zu sprechen, zu schreiben und damit auch zu denken. wer sich aus welchen grᅵnden auch immer davon beleidigt fᅵhlt, ist mir ehrlich gesagt mehr wurscht als meine (und eure) kinder, denen ich eine egalitᅵrere zukunft wᅵnsche als das, was ich in meiner jugend erlebt habe (bei allen fortschritten, die wir schon gemacht hatten).
Persoenlich haette ich genderspezifische Be(rufsbe)zeichnungen schon vor Jahrzehnten abgeschaft und durch neue, neutrale Bezeichnungen ersetzt, womit sich die Angelegenheit ein fuer allemal erledigt gehabt haette ... aber ich hab auch kein Problem damit die "weibliche" Form stattdessen zu verwenden, jedoch bin ich kein Freund von Innen und schon garnicht von _innen. Best, Herbert
</2ᅵ>
peter purgathofer
_______________________________________________ Metalab mailing list Metalab@lists.metalab.at https://lists.metalab.at/mailman/listinfo/metalab
Liebe Leute, mit Verlaub noch meine 2c zur Genderdebatte: erstmals eine ganz große Verbeugung vor Britta’s Beitrag - als Vertreter einer jüngeren Generation wusste ich gar nicht, dass es hierzulande so war. Britta’s Kommentar ist auch sehr treffend bezüglich der Motivation sich für Netzneutraliät einzusetzen. Leider befürchte ich, ist Gendering für die Masse leichter nachzuvollziehen, und dementsprechend findet sich mehr Support für solche Debatten, als wie für die Verteidigung der Freiheit des Internets. Persönlich finde ich die diversen Genderlösungen wie sie in der deutschen Sprache verwendet werden sehr ungeschickt gewählt. Imperiale Sprachen, wie Englisch, Persisch, Mandarin machen sich darüber gar keine Gedanken - dort ist man Mensch, und Punkt. Man könnte ja auch das Deutsch entsprechend weltlicher machen und die Geschlechtertrennung abschaffen - das System Schule erlaubt ja den effizienten “Update” der Gesellschaft durch neue Generationen. Es müsste nur den politischen Willen geben, und wir würden uns sinnlose Debatten über Gender-Suffixe sparen können. (Auch die Juden haben es geschafft, Hebräisch - eine praktisch künstliche Sprache, in Israel als lingua franca einzuführen.) Was Krankenschwester, Putzfrau, und Friseuse betrifft: da hat man Pflegepersonal, Reinigungskraft, und - hmm, für Friseuse vs. Friseur fehlt es mir …, zur Verfügung. LG, Alois - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Beyond Bureaucracy? http://bb16.event.tuwien.ac.at - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
On 04 Nov 2015, at 19:37, Herbert Poetzl <herbert@13thfloor.at> wrote:
Hallo Peter!
On Wed, Nov 04, 2015 at 05:16:10PM +0100, peter purgathofer wrote:
vorbemerkung: ich finds ja super, wie schnell eine einzige webseite aus einer überlegung, was man angesichts der angriffe auf die netz-neutralität denn so unternehmen könne, eine diskussion übers gendern macht.
Ja, das ist in der Tat faszinierend!
vielleicht trage ich trotzdem nur eine kleinigkeit bei: auch wenn einzelne menschen von inklusiver schreibweise (in welcher form auch immer) aus verschiedensten gründen angepisst sind, es gibt inzwischen studien, die recht deutlich zeigen, dass inklusive sprache dazu führt, dass mädchen mehr untypische berufe in betracht ziehen.
deutlicher gesagt: wenn also in gesprächen mit/im beisein von kindern von managern, chefs und codern, auf der anderen seite aber krankenschwestern, friseusen und putzfrauen die rede ist, dann hat das wesentlichen einfluss auf die vorstellungswelt der kinder in bezug auf die eigene karriere. wählt man stattdessen die umständlichere, längere, aber inklusive ausdrucksweise, schafft man raum für mehr vorstellungskraft in richtung gender-untypischer berufsvorstellungen.
Was ist denn die umständlichere, längere, aber inklusive Form von krankenschwester, friseuse und putzfrau?
das ist für mich ein klarer auftrag, inklusiv zu sprechen, zu schreiben und damit auch zu denken. wer sich aus welchen gründen auch immer davon beleidigt fühlt, ist mir ehrlich gesagt mehr wurscht als meine (und eure) kinder, denen ich eine egalitärere zukunft wünsche als das, was ich in meiner jugend erlebt habe (bei allen fortschritten, die wir schon gemacht hatten).
Persoenlich haette ich genderspezifische Be(rufsbe)zeichnungen schon vor Jahrzehnten abgeschaft und durch neue, neutrale Bezeichnungen ersetzt, womit sich die Angelegenheit ein fuer allemal erledigt gehabt haette ... aber ich hab auch kein Problem damit die "weibliche" Form stattdessen zu verwenden, jedoch bin ich kein Freund von Innen und schon garnicht von _innen.
Best, Herbert
</2¢>
peter purgathofer
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Am 04.11.2015 um 22:11 schrieb Alois PAULIN:
Imperiale Sprachen, wie Englisch, Persisch, Mandarin machen sich darüber gar keine Gedanken - dort ist man Mensch, und Punkt. Mit Verlaub, das ist zu kurz gegriffen bzw. m.E. inkorrekt. Aus meiner eigenen langjährigen Erfahrung in englischsprachigen Ländern mit /native speakers /kann ich sagen, dass Gedanken über den Einfluss der Sprache auf die Geschlechterrollen selbst im Privaten ausgetauscht werden und der Stellenwert einer neutralen Sprache neutral/positiv diskutiert wird. Siehe bitte https://de.wikipedia.org/wiki/Geschlechtergerechte_Sprache#Andere_Sprachen oder viel ausführlicher https://en.wikipedia.org/wiki/Gender_neutrality_in_English
Teilnehmer (5)
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Alois PAULIN -
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Volker E.