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Subject: Morgen im Raum D: Das Geld und Fabian der Goldschmied

Geld.
Jede/r hat zu wenig davon und glaubt auch zu wissen, warum: Die böse Wirtschaft ist schuld, der Staat und sein Finanzministerium, Kreditgeber, die niedrigen Sparzinsen, falsche Börsentipps.
Dass hingegen der Grund, warum jede/r zu wenig Geld hat schon in der Art zu Grunde gelegt ist, wie unser Geld funktioniert, durchschauen nur wenige. Früher hatte noch der Staat das Monopol, Geld zu drucken. Heute gibt es am Markt verschiedene private und staatliche Währungen, aber fast alle basieren auf der Idee, dass das universelle Tauschmittel „Geld“ selbst etwas kosten soll. Und hier liegt das Problem: Selbst wer alles Geld der Welt besitzt, müsste nach dieser Regel noch mehr besitzen, um die Kosten für dieses Geld decken zu können.
 
Gebt mir die Welt plus fünf Prozent
Die Funktionsweise des Geldsystems wurde in vielen Büchern beschrieben. In letzter Zeit sind einige Filme entstanden, die die Mechanismen einfach und leicht verständlich erklären. Etliche Initiativen haben es sich auf die Fahnen geschrieben, dieses in ihren und auch in meinen Augen kranke System zu verändern.
 
Alternativwährungen
Einige Ansätze zielen darauf, den Menschen die Funktionsweise durch Experimente näher zu bringen, in denen versucht wird, den Fehler zu beheben. Das berühmte „Schwundgeld“, also Geld mit negativen Zinsen, ist in vielen Regionalwährungen sehr erfolgreich. Es basiert auf dem Prinzip, dass das Geld weniger Wert wird, wenn man es nicht verwendet – daher wird man es in Umlauf halten.
 
Virtuelle Währungen
Jetzt, wo Geld fast immer nur „Buchgeld“, also virtuelles Geld auf einem Konto oder Kredit auf einer Plastikkarte bedeutet, ist es auch viel einfacher, Experimente mit anderen Geldsystemen zu machen. Monochrom hat vor einiger Zeit Geld erschaffen, das auf Blumen basiert.
 
"Würden die Menschen verstehen, wie unser Geldsystem funktioniert, hätten wir eine Revolution – und zwar schon morgen früh." Henry Ford
Das war keine weise Voraussicht des amerikanischen Präsidenten, sondern ein Rückblick in die Geschichte. Fast immer wurden Revolutionen durch Geldmangel und daraus resultierenden Gütermangel ausgelöst.
 
Fabian, der Goldschmied
Einer der netten Filme, die das Geldsystem erklären, ist ein sehenswerter Zeichentrickfilm über Fabian, den Goldschmied. Anhand der fiktiven Figur von Fabian, einem Goldschmied, der in einer idealtypischen Ständegesellschaft des späten Mittelalters lebt, wird erläutert, wie unser Geld funktioniert. Wir werden uns im Rahmen von „monochroms Projektion“ diesen 50-Minuten Film ansehen. Claus Wiesinger aus Linz, der sich schon seit einiger Zeit mit Geldsystemen beschäftigt, wird mit uns über das Thema diskutieren.

20 Uhr, Raum D im MQ
22. Juni 2008