Hallo Sonja,

danke für den Beitrag, aber nein, es geht eben nicht einfach nur um etwas Rücksichtnahme.
Es geht darum, ein Bewusstsein zu schaffen dafür, dass ein struktureller Sexismus in den
Köpfen vorhanden ist, der ein Klima schafft, der bei denen einen "nur" zum Loslassen
blöder Sprüche verleitet, bei den anderen aber zur Rechtfertigung bewusster Ausschluss-
mechanismen oder gar Übergriffen. Und auch schon Ersteres schafft eine Atmosphäre, in der
frau/eins sich eben nicht willkommen fühlt.

Da reicht es nicht, sich einen CoC auf die Seite zu schreiben - der übrigens nach wie vor
den Spruch zitiert, der als Paradespruch eines der größten Abuser der Szene Karriere
gemacht hat ("be excellent", really?) -  aber nicht bewusst mit anderen Veranstaltungen
oder Diskussionen daran zu arbeiten.

Und ich halte es auch für völlig falsch, wenn Frauen, die in einem männlich dominiertem
Bereich etwas zu diesem Thema schreiben wollen, das nur in superliebem, beinahe
unterwürfigem Tonfall machen dürfen - also genau in der Rolle, in der frau eh schon zu sein
hat - während die Verweigerung der Auseinandersetzung mit der Gender-Thematik ja schon
in sich anti-mitmenschlichist. (Streichelst Du auch Rassisten? Bin sicher das bringt genauso
viel. Dh,  macht da vielleicht tatsächlich Sinn, weil deren IQ so low ist, dass man außer mit
animal whisperer Strategien nicht weiter kommt.)
Und deswegen brauche ich da auch keinerlei Hilfestellung mit entschuldigenden Erklärungen
von einer Frau. Ich weiß genau, was ich tue. Das heißt ja nicht, dass ich die Typen als komplett
schlecht aburteile, nur, dass ich in dem Punkt ein bissl streng mit ihnen sein muss. Und ich
glaube, das haben die auch kapiert, die gehen ja selbst so hart miteinander um - dass Du jetzt
so entschuldigend daher eilst, konstruiert eher ein Problem, das gar nicht da ist.

N

 
 
Gesendet: Mittwoch, 15. Mai 2019 um 12:26 Uhr
Von: "Sonja Pellumbi" <sonjapellu@gmail.com>
An: "Metalab General Discussion List" <metalab@lists.metalab.at>
Betreff: Re: [Metalab] Frauen* bei Funkfeuer und in Meshnetzwerken
Allein die Reaktion und der Verlauf auf die Anfangsmail und wie über die Problematik generell diskutiert wird, macht traurig und zeigt, wie weit der Weg zu einer gleichberechtigten Gesellschaft ist. Verstärkt in dieser Branche gibt es leider zu wenig Bewusstsein für das Problem.
Zu Jay: Degrading ist in erster Linie die Antwort "... is the dumbest thing ever". Vielleicht ist so ein Umgang ja ein Teilgrund, warum es ein Bedürfnis gibt, Workshops zu haben, die für manche nicht zugänglich sind?
 
Interessant auch Andreas Antwort, der, öfter als Frauen zu lieben, fragt was mit denen eigentlich los ist?  Dabei kenne ich soviele Männer, die solche Verallgemeinerungen verabscheuen ("nicht alle Männer"). Deshalb dieser Comic für dich, Andreas:
https://pics.me.me/its-me-girls-why-dont-girls-like-me-all-girls-55138925.png
 
 
ZzT:
Die Kommentare wie obengenannt haben keinen Informationsgehalt und stacheln nur auf.
Ninas Email war nicht wirklich freundlich, aber ich kann es gut verstehen. Die Nachricht kommt aus einen Frust, den man als Außenstehender schwer nachempfinden kann. Es ist mühsam.
 
Abseits jeglicher Böswilligkeit weiß ich, dass es nicht so einfach nachzuvollziehen oder zu verstehen ist, wie es sich anfühlt sich in einer grundsätzlich diskriminierten bzw. von der Gesellschaft benachteiligten Position zu befinden. (ich bin selbst in manchen Bereichen benachteiligt und in anderen wiederum sehr privilegiert)
Deshalb fühlt es sich vielleicht an, als wäre man ausgeschlossen, jedoch geht es nur darum, einer Menschengruppe etwas Raum zu geben. Es ist nicht automatisch ein Angriff gegenüber eine andere Gruppe.
Der Wunsch ist offensichtlich da, und die eigenen Rechte werden deshalb nicht kleiner.
Das Wichtigste ist einfach etwas Rücksichtsnahme.
Vorallem wenn es um Diskriminierung geht die man selber nicht erlebt hat, ist es das Beste sich etwas zurück zu nehmen und zuzuhören.
 
Es ist ein sensibles und wichtiges Thema, aber wenn man weiter darüber diskutieren möchte, wäre es angebracht, sich auf die Mitmenschlichkeit und Intelligenz zurückzubesinnen die mit Sicherheit jede und jeder hier besitzt.
 
thank you for coming to my TED talk
 
Alles Liebe,
S
 
Am Mi., 15. Mai 2019 um 11:34 Uhr schrieb Jay Vaughan <seclorum@icloud.com>:
 
 
On 15.05.2019, at 11:18, Andreas Faerber - Findart.cc <info@findart.cc> wrote:
„Ich denke, es ist Zeit, daran zu erinnern: Die Vision des Feminismus ist nicht eine "weibliche Zukunft". Es ist eine menschliche Zukunft. Ohne Rollenzwänge, ohne Macht- und Gewaltverhältnisse, ohne Männerbündelei und Weiblichkeitswahn.“
Johanna Dohnal, Gastvortrag an der Technischen Universität Wien, WIT-Kolloquium 22. März 2004
 
Cool quote, and probably true.  It is also the goal of technologists who, I suppose, may be allowed to meet, of any breed or variety, whenever and wherever they desire, to effect equalising change, equitably.  If there are to be women*-dominated tech workshops, I for sure would like to attend - no doubt I will learn something.
 
 
j.
--
Jay Vaughan
 
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